bambusleiste_sml

Ein Nachkomme muss her

Posted: April 21st, 2014 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

In höchster Gefahr und größter Not tun Menschen manchmal seltsame Dinge, und hinter irrationalen und und unmotivierten Vorgängen verbirgt sich oft etwas gänzlich Unerwartetes. Wenn etwas ausserhalb aller Konventionen getan wird, dann kann man es nicht “mit festgeklebten [Lauten]wirbeln” beurteilen. Eine Frau aus meinem Heimatbezirk kam einmal unvermittelt mit gut einem Dutzend anderer Frauen zu einer Familie in einem Nachbardorf, stiess die Tür auf und entführte deren Tochter. Read the rest of this entry »


Weltklugheit und Bücherwissen

Posted: Mai 5th, 2013 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , | No Comments »

Der verstorbene Herr Yao’an [mein Vater] erzählte mir: “Neben ihrem Studium sollten die jungen Leute auch ein wenig von der Familie und von der Welt wissen, erst dann können sie eine Familie führen und sich in der Welt engagieren. Zu Ende der Ming-Dynastie stand die ‘Lehre des Weges’ [orthodoxe konfizianische Ethik in der Interpretation der Song-Dynastie] in höchstem Ansehen, und die Beamtenprüfungen wurden sehr wichtig genommen. Die Schlauen redeten nur noch über die ‘Lehre des Herzens’ [des Wang Yangming], bildeten Seilschaften und gewannen Einfluss, und auch die Biederen klammerten sich an ihre Lehrbücher, um einst Karriere zu machen. So kam es dazu, dass aus zehn Studierten kaum zwei oder drei verständige Menschen wurden.
Im Jahr Ren-wu der Chong-zhen-Periode [1642] zog der Herr des Studios der Grosszügigkeit [Ji Houzhai] mit seiner Familie [in die Provinzhauptstadt von] Hejian [heutiges Henan], um den lokalen Banditen in Meng Cun aus dem Weg zu gehen. Read the rest of this entry »


Hintergründe eines plötzlichen Preisverfalls bei Reis

Posted: März 6th, 2013 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Nach der Erzählung des Präfekten Zhang Mogu lebte in der Gegend von Dezhou und Jingxian ein reicher Mann, der statt Geld und Gold stets nur Getreide hortete, damit er nicht beraubt werden konnte. Read the rest of this entry »


Das traurige Schicksal von Pinocchios chinesischem Vetter

Posted: Januar 19th, 2013 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Ein Akademieangestellter war als Anwärter auf ein Verwaltungsamt eingestuft worden und wartete in der Provinzhauptstadt auf Verwendung. Doch seine Entsendung ließ lange auf sich warten, und so geriet er in eine schwere Notlage. Ein Vorgesetzter hatte Mitleid mit ihm Read the rest of this entry »


Trauerarbeit nach dem Tod eines Lustknaben

Posted: November 13th, 2012 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , , | No Comments »

Ein Student war einem Lustknaben verfallen. Sie liebten sich wie Mann und Frau. Als der Knabe erkrankte und dem Tod nahe war, äusserte sich seine verzweifelte Anhänglichkeit auf tausendfältige Weise, und noch nach seinem letzten Atemzug umklammerte er das Handgelenk des Studenten so fest, dass dieser sich nur mit Gewalt von ihm losreissen konnte. Von da an sah er ihn in seinen Träumen, sah ihn im Licht des Mondes und der Lampe, und mit der Zeit sah er ihn sogar am helllichten Tag. Er war immer sieben oder acht Fuß von ihm entfernt, doch sagte er nichts, wenn er ihn ansprach, kam nicht näher, wenn er ihn rief, und wich zurück, wenn er auf ihn zuging. Seine Verstörtheit entwickelte sich zu einer Krankheit des Gemüts, die weder durch die Einnahme von Beschwörungszetteln noch durch Exorzismus zu heilen war. Read the rest of this entry »


Feng Shunan aus Hejian

Posted: November 12th, 2012 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Feng Shunan aus Hejian verfügte über eine gewisse Gewandtheit im Schreiben und schlug sich über zehn Jahre in der Hauptstadt mehr schlecht als recht durch. Jedesmal, wenn sich ihm eine Chance eröffnete, blieb er erfolglos. Read the rest of this entry »


Räuber und Menschenfresser in gebirgiger Landschaft

Posted: November 6th, 2012 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Die Bauern von Urumqi haben ihre Felder in der Nähe der Flüsse, um sie zu bewässern, und ihre Gehöfte bauen sie in der Nähe der Felder. Sie können also nicht in Ortschaften siedeln. Sie errichten in der Regel ein paar Gebäude, und ringsum haben sie keine Nachbarn. Das sind die „Ein-Familien-Weiler“, von denen bei Du Fu die Rede ist. Ausserdem leisten sie keinen Fron- oder Miltärdienst, und ihr Grundbesitz wird nicht vermessen. Sie entrichten nur Steuern für dreissig mu Land und können trotzdem in Ruhe Felder von ein paar Hundert mu bestellen. Gerade in den tiefen, zerklüfteten Tälern gibt es viele solcher Höfe.

Als Soldaten aus Jimusa in den Bergen auf die Jagd gingen, kamen sie zu einem Gehöft, dessen Tor fest verschlossen war, Read the rest of this entry »


Die chinesische Traumfrau des achtzehnten Jahrhunderts

Posted: September 21st, 2012 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Es gibt unzählige Fälle von treuen und standhaften Frauen, die vergessen und nicht überliefert wurden. Der Herr von Yao’an [mein Vater] hörte Folgendes von dem Herrn von der Wolkenterrasse: “Als ich zum Ende der Ming-Dynastie auf der Flucht vor den Wirren war, sah ich ein Ehepaar, das gemeinsam auf der Flucht war. Der Mann schien sich einen Beutel mit Geld umgebunden zu haben, und ein Räuber war ihnen mit gezücktem Messer dicht auf den Fersen, Read the rest of this entry »


Optionen einer Schwiegertochter in der Hungersnot

Posted: September 13th, 2012 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | Comments Off

Guo Liu (”Sexta Liu”) war eine Bauersfrau in Huaizhen. Wir wissen nicht, ob Guo der Familienname ihres Mannes oder ihres Vaters war. Es ist nur ihr Name “Guo Liu” überliefert. In den Jahren Jiachen und Yisi der Yongzheng-Periode (1724-1725) herrschte eine grosse Hungersnot. Ihr Mann rechnete damit, dass er nicht überleben würde Read the rest of this entry »


Ein Daoist als Hüttenwirt

Posted: August 7th, 2012 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Mein ehemaliger Prüfling Wang Tingshao erzählte von einer Frau aus Xinzhou, die von ihrem Mann aus Armut verkauft worden war und nach fast zwei Jahren plötzlich zurückkam. Sie erzählte, sie sei, nachdem jemand sie erworben hatte, zu einer Familie gebracht worden. Dort traf bald danach ein Dao-Meister ein, der sie in die Berge mitnahm. Sie bekam grosse Angst, aber sie war ja schon verkauft worden und musste sich damit abfinden. Auf das Geheiss des Dao-Meisters schloss sie die Augen Read the rest of this entry »


Ein Mann aus Henan findet den goldenen Mittelweg

Posted: Juni 15th, 2012 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Guo Shizhou berichtet von einem reichen Mann in Henan, der nach einer Beamtenkarriere in sein Heimatdorf zurückgekehrt war. Er war schon über sechzig Jahre alt, doch gesund und kräftig wie ein junger Mann, und hielt sich stets drei oder vier junge Nebenfrauen. Wenn sie zwanzig wurden, dann gab er ihnen eine Aussteuer und verheiratete sie. Sie waren dann alle noch Jungfrauen. Read the rest of this entry »


Zwischenfall bei einer Vernissage

Posted: Dezember 3rd, 2011 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Von dichtenden Füchsen ist in der Literatur sehr oft die Rede, kaum aber von solchen, die malen können. Li Wen aus Haiyang, mit dem Beinamen Yanting, erzählt: Read the rest of this entry »


Die Skandalfüchsin vom Xizhimen

Posted: November 30th, 2010 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Ru Shensi berichtet von einem Prüfungskandidaten aus der unteren Yangtse-Region, der im Sommer des Jahres jimao der Qianlong-Periode (1759) außerhalb des Xizhi-Tores ein großes Grabwächterhaus mietete. Er wollte dort seinen Studien nachgehen, da ihm die Herbergen der Hauptstadt zu armselig und beengt waren. Als er einmal in der abendlichen Kühle unter den Bäumen spazierenging, erblickte er ein Mädchen von fünfzehn oder sechzehn Jahren, das eine schöne weiße Haut hatte. Read the rest of this entry »