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Der Tod einer Sopranistin

Posted: Februar 3rd, 2010 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , | No Comments »

Ein Singmädchen Cao Caos hatte die klarste und höchste Stimme, doch einen äußerst schlechten Charakter. Wollte er sie töten, dann tat es ihm leid um ihr Talent, wollte er ihr Pardon gewähren, dann brachte er das auch nicht fertig. So ließ er hundert Mädchen auswählen und zusammen unterrichten. Nach kurzer Zeit kam tatsächlich eine von ihnen mit ihrer Stimme an die Sängerin mit dem schlechten Charakter heran, und er ließ letztere töten.

Aus dem Shi shuo xin yu, Kap.31.1, von Liu Yiqing (403-444).


Risikoberuf Amme

Posted: Januar 31st, 2010 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , | No Comments »

Jia Chongs zweite Fau, eine Frau Guo, war äusserst eifersüchtig. Sie hatte einen einjährigen Sohn namens Limin. Als Jia Chong einmal nach Hause zurückkehrte, hatte seine Amme ihn gerade im Innenhof in ihren Armen. Der Knabe erblickte Jia Chong, hüpfte vor Freude, und Jia Chong küsste ihn, während die Amme ihn hielt. Die Guo sah das von weitem, glaubte, Jia Chong sei in die Amme verliebt, und ließ sie töten. Der Knabe war daraufhin untröstlich. Er heulte vor Sehnsucht nach ihr und trank keine andere Milch. Binnen kurzem war er tot. Die Guo gebar danach nie mehr einen Sohn.

 Aus dem Shi shuo xin yu , Kap. 35.3, von Liu Yiqing (403-444).


Bestrafte Menschenkenntnis

Posted: Dezember 3rd, 2009 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Vor dem Empfang eines Gesandten der Xiongnu veranlasste Cao Cao, der seine eigene Erscheinung für allzu unscheinbar hielt und für ungeeignet, ein fernes Land zu beeindrucken, dass Cui Jigui ihn vertrat. Er selbst stellte sich mit einem Schwert in den Händen neben das Sitzpodium. Danach liess er einen Spion fragen: “Wie ist denn der Herrscher von Wei?” Der Gesandte der Xiongnu antwortete: “Der Herrscher von Wei ist aussergewöhnlich in seiner Erscheinung und seinem Format. Doch der Mann mit dem Schwert neben dem Podium, das war ein Held!” Als Cao Cao das hörte, befahl er, dass man dem Gesandten nacheilte und ihn tötete.

Aus dem Shi shuo xin yu (Kap. 14.1) von Liu Yiqing (403-444).


Die hässliche Braut (2)

Posted: November 25th, 2009 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Als Xu Yun vom Prinzen Jing von Jin ums Leben gebracht worden war, traten Leute Xu Yuns ins Gemach seiner Frau und berichteten ihr davon. Ohne eine besondere Regung zu zeigen, sagte seine Frau, die gerade am Webstuhl sass: „Ich habe es lange kommen sehen.“ Als jene ihre Söhne verstecken wollten, meinte sie: „Die Söhne haben damit nichts zu tun.“ Später nahm sie ihren Wohnsitz in der Nähe des Grabs. Prinz Jing entsandte Zhong Hui, Read the rest of this entry »


Die hässliche Braut (1)

Posted: November 24th, 2009 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Die Frau von Xu Yun war eine Tochter von Ruan Gong und eine jüngere Schwester von Ruan Kan. Sie war von seltener Hässlichkeit. Nach dem Ritus des gegenseitigen Kotaus begab sich Xu Yun nicht mehr zurück ins innere Gemach. Seine Familie war deswegen sehr besorgt. Es traf sich, dass Xu Yun einen Besucher bekam, und seine Frau hieß ihre Zofe nachsehen, wer es war. Read the rest of this entry »


Schweißausbrüche und Schlagfertigkeit

Posted: November 18th, 2009 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , , | No Comments »

Zhong Yu und Zhong Hui waren schon als Knaben berühmt. Als sie dreizehn Jahre alt waren, hörte der Kaiser Wen der Wei-Dynastie von ihnen und sagte zu ihrem Vater Zhong Yao: “Lasse deine beiden Söhne herkommen!” Daraufhin kamen sie zur Audienz. Zhong Yu stand der Schweiß im Gesicht, und der Kaiser fragte ihn: “Warum steht dir der Schweiß im Gesicht?” Zhong Yu antwortete: “Mir ist vor Furcht ganz heiß, drum rinnt herab der Schweiß.” Darauf fragte der Kaiser Zhong Hui: “Und warum schwitzt du nicht?” Zhong Hui entgegnete: “Ich weiss vor Furcht nicht ein noch aus, drum wagt der Schweiß sich nicht heraus.”

Aus dem Shi shuo xin yu (Kap.2.11) von Liu Yiqing (403-444).


Eine Bootspartie mit Xie An

Posted: November 17th, 2009 | Author: RM | Filed under: Allgemein | Tags: , | No Comments »

Als Xie An müßig in den Ostbergen lebte, machte er einmal mit Sun Zhuo und den anderen eine Lustfahrt auf dem Meer. Da erhob sich starker Wind, die Wellen schlugen hoch, und Sun, Wang Xizhi und den anderen stand die Furcht ins Gesicht geschrieben. Sie riefen, man solle umkehren. Nur Xie An kam nun in Hochstimmung, summte ein Lied und sagte nichts. Weil Xie An eine so unbeschwerte Miene zeigte und vergnügt war, fuhren die Bootsleute immer voran und brachen die Fahrt nicht ab. Als der Wind noch mehr auffrischte und gewaltige Wellen kamen, da schrien alle in Panik und blieben nicht mehr sitzen. Xie An sagte ganz ruhig: „So kommen wir nicht zurück.“ Sogleich setzten sich alle wieder auf ihre Plätze. Wenn man es von diesem Vorfall her beurteilt, dann hatte er ausreichend Format, den Frieden in der Hauptstadt und draußen zu sichern.

Aus dem Shi shuo xin yu (Kap. 6.28) von Liu Yiqing (403-444).